Manchmal gab es auch Geschenke von glücklichen Kunden
Mit vielen meiner Kunden baute sich während der Immobiliensuche eine persönliche Beziehung auf. Während zahlreicher Besichtigungen lernt man unweigerlich ihre individuellen Vorlieben und ihren Geschmack kennen, erfährt, was sie gern essen und trinken, welche Musik sie gern hören, wie lange sie schlafen und arbeiten, wohin sie in den Urlaub fahren, welche Filme sie mögen, was ihnen am Herzen liegt und was sie nicht leiden können.
Dadurch kann ich besser auf ihre speziellen Wünsche eingehen, die Immobilien entsprechend wählen und sie mit kleinen Dingen überraschen. Das wissen sie natürlich zu würdigen und auch nach dem Vertragsabschluss, auf den ich mal mit einem Glas Sekt, mal mit einem Gas Sherry anstoße, blieben wir oft in Verbindung und oftmals bedanken sich die Kunden auch mit einem kleinen Geschenk bei mir. Denn während der Gespräche erfahre nicht nur ich etwas über sie, sondern meine Kunden auch etwas über mich. Wenn wir über die Inneneinrichtung und die Wandgestaltung der Wohnungen sprechen, komme ich früher oder später auf meine Leidenschaft für Gustav Klimt zu sprechen, einem Maler, von dem ich nicht nur zahlreiche Bilder in meiner Wohnung hängen habe, sondern auch mit Klimt-Gemälden bedrucktes Geschirr, T-Shirts und andere Gebrauchsgegenstände. Manche finden es toll, manche aber auch kitschig.
Von einem Kunden, der Inhaber einer Druckerei ist, bekam ich mein Lieblingsbild von Klimt, den „Kuss“ als überdimensionales Poster geschenkt. Dieses ziert jetzt eine ganze Wand in meinem Schlafzimmer. Es sieht wirklich Klasse aus und ist mein ganzer Stolz. Ich habe auch schon Kalender und Notizbücher, selbst Vasen und Aschenbecher mit Bildern von Klimt bekommen, diese verschwinden aber irgendwann in meinen Schränken. Vielleicht mache ich damit irgendwann einmal einen Souvenirladen auf.
Vom Gewinn werde ich mir dann einen herrlichen Urlaub in den Bad Hindelang Ferienwohnungen gönnen, wovon ich schon seit vielen Jahren träume. Als Kind war ich schon einmal dort im Urlaub und seitdem denke ich oft an die idyllische Zeit im Allgäu zurück. Bisher kam leider immer irgendetwas dazwischen, denn in meinem Job musste man sich eben nach den Kunden richten und nicht nach seinen eigenen Wünschen. Aber so ein paar Geschenke entschädigen da schon.